Geschäfts­bericht 2023

Dienstleistungsgeschäft
 

Im Dienstleistungsgeschäft standen die Zeichen 2023 auf Wachstum. Wesentlicher Wachstumstreiber war die große Dienstleistungsnachfrage aus dem Markt heraus. Die Stadtwerke sowie die kleineren und mittleren EVU waren in der Energiekrise mit großen operativen Herausforderungen konfrontiert – bei der Umsetzung der in immer schnellerer Taktzahl verabschiedeten gesetzlichen Vorgaben ebenso wie bei der Energiebeschaffung in einem hochvolatilen Umfeld. Hinzu kam die sehr anspruchsvolle Betreuung einer mit hohen Kosten belasteten, stark verunsicherten Kundschaft. Der Unterstützungsbedarf etwa im Bereich Portfolio- und Bilanzkreismanagement oder beim netzseitigen Energiedatenmanagement war entsprechend groß.

So sind 2023 die Prozessdienstleistungen mit den Neukunden Warstein, Schüttorf und Haan im Bereich Portfolio- und Bilanzkreismanagement gestartet. Die EWV Energie- und Wasserversorgung Stolberg und die Stadtwerke Rhede haben im Berichtszeitraum die Beschaffungsdienstleistungen von rhenag beauftragt. Zudem wurde mit der MEGA Monheim ein Dienstleistungsvertrag für netzseitiges Energiedatenmanagement sowie mit den Stadtwerken Pforzheim ein Prozessdienstleistungsvertrag abgeschlossen.

Um die steigende Nachfrage insbesondere im Digitalisierungsbereich bedienen zu können, hat die rhenag 2023 gemeinsam mit dem Tech-Start-up ONENEO GmbH das Joint Venture rheNEO gegründet. Ziel der strategischen Kooperation ist es, die Kompetenzen in der agilen Softwareentwicklung sowie die energiewirtschaftliche Expertise von ONENEO im Bereich Marktkommunikation, netzseitiges Energiedatenmanagement und intelligentes Messwesen zu nutzen. Auch Updates für die Abrechnungslösung lima® sollen künftig gemeinsam entwickelt werden.

Wachstumsimpulse resultierten 2023 auch aus dem Zugang der neuen Rheinlandkooperations-Gesellschaften. Insbesondere für die IT-Sparte der rhenag – das größte Standbein des rhenag-Dienstleistungsgeschäfts – existiert mittlerweile eine lange Projektpipeline, die bis weit in das laufende Jahrzehnt hineinreicht.
Den Anfang machten die Stadtwerke Lohmar, deren lima®-Migration in der Sparte Wasser 2023 abgeschlossen werden konnte und in den Bereichen Strom und Gas gestartet wurde.

Wie bei allen Softwareanbietern wurden auch bei der rhenag im vergangenen Jahr wertvolle Ressourcen durch die Umsetzung der Strom-, Gas- und Wärmepreisbremsen sowie die Umsatzsteuersenkung Gas/Wärme gebunden. Diese kamen on top zu den ohnehin stetig steigenden gesetzlichen Vorgaben, die Softwaredienstleister im Rahmen der Marktkommunikation und des Energiewirtschaftsgesetzes umzusetzen haben.

Von dieser Übertragung sozialpolitischer Maßnahmen auf die Versorger war die rhenag nicht nur im eigenen Commodity-Geschäft, sondern auch in der Softwareentwicklung – und somit doppelt – betroffen.

Unterm Strich steht für das abgelaufene Geschäftsjahr im Dienstleistungsbereich eine sehr positive Entwicklung: Der Umsatz konnte mit 45,7 Mio. € erneut zulegen; mittlerweile bedient die rhenag jedes fünfte Stadtwerk in Deutschland.