Geschäfts­bericht 2023

Rückstellungen

Angaben in Tsd. €31.12.202331.12.2022
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen17.45317.115
Steuerrückstellungen7.0233.121
Sonstige Rückstellungen64.04850.652
 88.52470.888

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Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen. Der Wertansatz erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung geschätzter künftiger Kostensteigerungen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2018 G nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) gebildet. Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen wird seit 2016 gemäß § 253 Abs. 2 HGB ein von der Deutschen Bundesbank veröffentlichter durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre zugrunde gelegt. Bis zum 31. Dezember 2015 wurde ein von der Deutschen Bundesbank veröffentlichter 7-Jahres-Durchschnittszinssatz verwendet. Vereinfachend wird der Zinssatz angewendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Inventurstichtag der Pensionsverpflichtungen ist der 30. September 2023.

Zum Inventurstichtag wurde für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen ein für den 31. Dezember 2023 prognostizierter Zinssatz von 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %) verwendet. Auf Basis eines prognostizierten 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes von 1,75 % (Vorjahr: 1,44 %) ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 194 T€ (Vorjahr: 848 T€), der grundsätzlich ausschüttungsgesperrt ist. Da die frei verfügbaren Rücklagen der rhenag über dem Unterschiedsbetrag liegen, kann der Bilanzgewinn der rhenag in voller Höhe ausgeschüttet werden.

Im Rahmen weiterer Rechnungsannahmen wurden bei den Pensionsverpflichtungen jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,95 % (Vorjahr: 2,75 %) und Rentensteigerungen von jährlich 2,20 % (Vorjahr: 2,00 %) zugrunde gelegt. Bei den Energiebeihilfen und Weihnachtsgeldern an Pensionäre und deren Hinterbliebene wurde unverändert keine Dynamisierung des Zuschusses einkalkuliert.

Für ehemalige Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 11,3 Mio. €.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungsverpflichtungen und Verpflichtungen aus dem Gas- und Stromgeschäft wie bspw. die Beschaffung von Zertifikaten im Rahmen des nationalen Emissionshandelssystems und erstmalig Drohverlustrückstellungen aufgrund von zu erwartenden signifikanten Kundenverlusten im Bereich der Privat- und Gewerbekunden (Gas) und damit notwendigen Rückverkäufen von bereits kontrahierten beschafften Energiemengen. Die Bewertung der Rückvermarktungsmengen ist zu Marktwerten zum Bilanzstichtag erfolgt. Dies führte zu Drohverlustrückstellungen in Höhe von 10,0 Mio. €.

Die auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2018 G basierenden Werte der Rückstellungen für Altersteilzeit, Jubiläums- und Abschiedsbezüge sind mit der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die Bewertungen berücksichtigen einen Rechnungszins von 1,75 % (im Vorjahr 1,44 %) bei Jubiläums- und Abschiedsbezügen sowie 1,04 % (im Vorjahr 0,59 %) für vertraglich geregelte und potentielle Altersteilzeitverpflichtungen und einen Gehaltstrend von 2,95 % (Vorjahr: 2,75 %) bei Jubiläums- und Abschiedsbezügen und ebenso 2,95 % (Vorjahr: 2,75 %) bei Altersteilzeit. Es handelt sich bei den Rechnungszinsen um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 6,7 Mio. €) werden mit den Vermögensgegenständen aus der Insolvenzbesicherung in Höhe von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €), die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen dienen (§ 246 Abs. 2 HGB) und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des zweckgebundenen, verpfändeten und insolvenzgesicherten Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der den Anschaffungskosten entspricht. Die Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) wurden mit den Zinszuführungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Der sich ergebende Saldo ist im Zinsergebnis unter dem Posten „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ enthalten.